Krypto-Steuer-Rechner für Deutschland
In Deutschland entscheidet vor allem ein Datum darüber, ob du überhaupt Steuern zahlst. Trag Kauf- und Verkaufsdatum ein — der Rechner prüft die Einjahresfrist taggenau, wendet die Freigrenze an und zeigt dir, ab wann derselbe Verkauf steuerfrei wäre.
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Vereinfachte Schätzung ohne Gewähr — ersetzt keine Steuerberatung. Nicht abgebildet: Verlustverrechnung über mehrere Verkäufe, Staking-Erträge, gewerblicher Handel und Sonderfälle.
Die Einjahresfrist läuft taggenau
Krypto-Gewinne sind in Deutschland private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG. Nach Ablauf eines Jahres Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei — in unbegrenzter Höhe. Entscheidend ist die genaue Rechnung: Die Frist beginnt am Tag nach der Anschaffung.
Die Freigrenze: der teuerste Euro Deutschlands
Verkaufst du innerhalb des Jahres, greift eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr für alle privaten Veräußerungsgewinne zusammen. Und hier steckt der Fehler, der am meisten Geld kostet:
| Gewinn | Steuerpflichtig | Steuer bei 30 % |
|---|---|---|
| 999 € | 0 € | 0 € |
| 1.000 € | 0 € | 0 € |
| 1.001 € | 1.001 € — der gesamte Betrag | 300 € |
Ein einziger Euro mehr Gewinn kostet dich also rund 300 Euro Steuer. Der Grund: Eine Freigrenze ist kein Freibetrag. Wird sie überschritten, entfällt sie komplett. Der Rechner warnt dich automatisch, sobald dein Gewinn in diesen kritischen Bereich fällt.
Welchen Steuersatz trägst du ein?
Es gibt keinen eigenen Krypto-Steuersatz. Der Gewinn wird deinem zu versteuernden Einkommen zugerechnet und mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz belastet — zwischen 14 und 45 Prozent. Grober Anhaltspunkt: rund 30 Prozent bei etwa 35.000 Euro Jahreseinkommen, rund 42 Prozent ab etwa 60.000 Euro. Dazu kommen gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, die der Rechner nicht abbildet.
FIFO: welche Coins als verkauft gelten
Wer mehrfach nachgekauft hat, braucht eine Reihenfolge. In Deutschland gilt FIFO — die zuerst angeschafften Coins gelten als zuerst veräußert. Für dich ist das meist günstig: Die ältesten Bestände haben die Einjahresfrist am ehesten erfüllt. Voraussetzung ist, dass du deine Käufe lückenlos dokumentiert hast, inklusive Transfers zwischen eigenen Wallets.
Was der Rechner nicht kann
- Mehrere Verkäufe eines Jahres zusammenrechnen — die Freigrenze gilt aber für die Summe.
- Verluste gegenrechnen (nur mit Gewinnen derselben Art verrechenbar).
- Staking-, Lending- und Mining-Erträge — das sind Einkünfte, keine Veräußerungsgewinne.
- Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
- Coin-zu-Coin-Tausch, der in Deutschland ebenfalls eine Veräußerung auslöst.
Die vollständigen Regeln stehen im Überblick Krypto-Gewinne versteuern in Deutschland. Wo die Zahlen am Ende hingehören, zeigt die Anleitung zur Krypto-Steuererklärung.
Wer den Rechenweg nachvollziehen oder die Logik selbst weiterverwenden will: Der Kern dieser Berechnung liegt als quelloffene Variante für alle drei Länder auf GitHub — Quellcode samt 21 Tests, dazu eine Live-Demo, die Deutschland, Österreich und die Schweiz nebeneinanderstellt. MIT-Lizenz, ohne Abhängigkeiten.
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Ist der Krypto-Steuerrechner kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar?
Ja. Der Krypto-Steuerrechner ist kostenlos, verlangt keine Registrierung und speichert nichts. Er läuft vollständig in deinem Browser: Kaufdatum, Verkaufsdatum und Beträge werden nicht an einen Server übertragen und sind nach dem Schließen der Seite verschwunden. Es gibt weder Cookies noch eine Begrenzung, wie oft du rechnen kannst.
Welchen Steuersatz muss ich im Rechner eintragen?
Deinen persönlichen Grenzsteuersatz — also den Satz, mit dem der nächste verdiente Euro besteuert wird. Er steht nicht direkt im Steuerbescheid, lässt sich aber näherungsweise ableiten: Bei zu versteuernden Einkommen von rund 35.000 Euro liegt er bei etwa 30 Prozent, bei 60.000 Euro bei etwa 42 Prozent. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen gegebenenfalls obendrauf.
Warum ist das Kaufdatum so wichtig?
Weil die Einjahresfrist des § 23 EStG taggenau läuft. Sie beginnt am Tag nach der Anschaffung und endet nach Ablauf eines Jahres. Ein Verkauf einen Tag zu früh macht den gesamten Gewinn steuerpflichtig — deshalb fragt der Rechner nach Datum statt nach «über oder unter einem Jahr».
Was ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag?
Bei einem Freibetrag bleibt der Betrag immer steuerfrei und nur der Rest wird besteuert. Bei einer Freigrenze wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig, sobald sie überschritten ist. Die 1.000 Euro in Deutschland sind eine Freigrenze: Bei 1.001 Euro Gewinn zahlst du auf alle 1.001 Euro Steuer, nicht nur auf den einen Euro darüber.
Rechnet der Rechner mehrere Verkäufe zusammen?
Nein, er schätzt einen einzelnen Verkauf. Die Freigrenze von 1.000 Euro gilt aber für die Summe aller privaten Veräußerungsgewinne eines Kalenderjahres. Wer mehrfach verkauft hat, muss alle Gewinne addieren — dafür braucht es eine vollständige Transaktionsübersicht.
Wie wirkt sich FIFO auf mein Ergebnis aus?
In Deutschland gilt FIFO: Die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft. Hast du mehrfach nachgekauft, ist für die Haltefrist also der älteste Kauf maßgeblich — was meist zu deinen Gunsten ausfällt. Der Rechner geht von einem einzelnen Kaufvorgang aus; bei mehreren Tranchen brauchst du die genaue Zuordnung aus deiner Transaktionshistorie.
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Quellen
- § 23 EStG — Private Veräußerungsgeschäfte — Einjahresfrist und Freigrenze im Gesetzestext
- Bundesministerium der Finanzen — Besteuerung von Kryptowerten