Direktvergleich · Beide selbst getestet

CoinTracking vs. Blockpit 2026: der ehrliche Vergleich

Die zwei größten Krypto-Steuer-Tools im deutschsprachigen Raum verfolgen gegensätzliche Ansätze: CoinTracking setzt auf Funktionsumfang und Abo, Blockpit auf Bedienbarkeit und Einmalkauf. Wir haben beide mit derselben Börsenanbindung getestet — und zeigen, welches Tool zu welchem Profil passt.

Auf einen Blick

Die Kurzentscheidung

Nimm CoinTracking, wenn…

  • du mehrere Steuerjahre nachholen musst
  • du viele Börsen, Wallets oder exotische Quellen nutzt
  • du eine bestimmte Berechnungsmethode brauchst
  • dir Funktion wichtiger ist als Optik

Nimm Blockpit, wenn…

  • du ein einzelnes Steuerjahr abdeckst
  • du zum ersten Mal einen Krypto-Report machst
  • du eine moderne, geführte Oberfläche willst
  • du kein laufendes Abo möchtest

Der direkte Vergleich

KriteriumCoinTrackingBlockpit
HerkunftGräfelfing, Deutschland · seit 2012Linz, Österreich · seit 2017
PreismodellAbo pro NutzungsjahrEinmalkauf pro Steuerjahr
Einstiegspreis39 € / Jahr (200 Transaktionen)49 € einmalig (50 Transaktionen)
Kostenlos nutzbarPortfolio-Ansicht + 7-Tage-TrialPortfolio-Tracking dauerhaft
Importquellen400+ Börsen & Wallets160+ Börsen, 190+ Blockchains
Berechnungsmethoden14 (FIFO, LIFO, HIFO, AVCO, OPTI …)weniger, länderweise vorkonfiguriert
Bybit & Bybit EU getrenntjaja
Oberflächefunktional, optisch angestaubtmodern, geführt
Import-Anleitungstatisch auf der Seitedynamisch im Overlay
Trustpilot4,6 von 5 (492 Bewertungen)4,4 von 5 (957 Bewertungen)
Zusatzkostenkeine (alles im Paket)Plus 3,99 €/Monat, Source of Funds 19,99 €
Länderreports DACHDE, AT, CH (100+ Länder)DE, AT, CH (+ 7 weitere voll)

Preis: die Rechnung, die keiner aufmacht

Vorweg ein Hinweis, der beim Vergleichen wichtiger ist als jede Tabelle: Viele Vergleiche im Netz rechnen mit veralteten Preisen. Seitdem hat CoinTracking den Free-Tarif eingeschränkt — er erstellt keine Steuerreports mehr — und Blockpit das Zusatz-Abo «Plus» eingeführt. Die Zahlen in diesem Artikel stammen vom 20. August 2026 direkt von den Preisseiten beider Anbieter.

«Was ist günstiger» lässt sich nicht pauschal beantworten, weil beide Anbieter unterschiedliche Dinge verkaufen. Blockpit verkauft einen Report für ein Steuerjahr. CoinTracking verkauft ein Jahr Nutzung — in dem du Reports für mehrere Steuerjahre erzeugen kannst. Genau daran entscheidet sich die Rechnung:

SzenarioCoinTrackingBlockpit
Ein Steuerjahr, 40 Transaktionen
Gelegenheitsanleger
39 € (Starter, 200 Tx) 49 € (Small, 50 Tx)
Ein Steuerjahr, 800 Transaktionen
aktiver Anleger mit Staking
129 € (Pro, 3.500 Tx) 99 € (Medium, 1.000 Tx)
Drei Steuerjahre nachholen, je ~800 Tx
Schreiben vom Finanzamt
129 € (ein Abo-Jahr, Reports für alle drei Jahre) 3 × 99 € = 297 €
Die Faustregel: Ein einzelnes, überschaubares Steuerjahr — Blockpit ist konkurrenzfähig und einfacher. Mehrere Jahre auf einmal — CoinTracking gewinnt deutlich. Und wer dauerhaft trackt, sollte einrechnen, dass ein Abo jedes Jahr erneut fällig wird, während eine Blockpit-Lizenz für ein abgeschlossenes Jahr abgeschlossen bleibt.

Unser Test: dieselbe Börse, zwei Erfahrungen

Wir haben in beiden Tools ein Konto angelegt und dieselbe Bybit-Anbindung per Read-only-API eingerichtet. Das Ergebnis war nicht das, was die Oberflächen vermuten lassen.

CoinTracking: Import-Seite für Bybit mit fünfschrittiger Anleitung direkt auf der Seite
CoinTracking: Die Anleitung steht fest auf der Import-Seite — fünf Schritte, die freizugebende IP, der Hinweis auf Nur-Lesen-Rechte und ein realistischer Zeitrahmen von 30 bis 180 Minuten.
Blockpit: Overlay mit der Bybit-Anleitung, das im Test nur Platzhalter zeigte
Blockpit: Der Verbindungsdialog ist schlanker — aber die Anleitung wird dynamisch nachgeladen, und in unserem Test lud sie nicht. Wer den Vorgang zum ersten Mal macht, steht ohne Hilfe da.

Das ist die interessanteste Beobachtung des Vergleichs: Blockpit hat den schlankeren Ablauf, CoinTracking die verlässlichere Hilfe. Unser Blockpit-Test lief nur deshalb reibungslos, weil die CoinTracking-Anleitung vorher bekannt war — inklusive der IP, die man bei Bybit freigeben muss. Mehr Politur nützt wenig, wenn sie im entscheidenden Moment nicht lädt.

Zwei weitere Punkte aus dem Durchlauf: Beide Tools führen ByBit und ByBit EU getrennt — nach der MiCAR-Umstellung auf bybit.eu also den EU-Eintrag wählen. Und beide brauchten nach dem ersten Sync Nacharbeit: Blockpit meldete «Mismatched Balance», bei CoinTracking müssen Transfers zwischen eigenen Wallets zusammengeführt werden, damit keine Phantom-Gewinne entstehen. Ein Ein-Klick-Tool ist keines von beiden.

Steuermethoden: der unterschätzte Unterschied

Für die Steuererklärung zählt am Ende nicht die Optik, sondern ob das Tool nach der Methode rechnet, die dein Land verlangt. CoinTracking bringt 14 Methoden mit und belegt bei Länderauswahl die passende automatisch vor: FIFO für Deutschland, AVCO für Österreich.

CoinTracking Steuerberichte mit Auswahl von Jahr, Land Deutschland und Methode FIFO
Im Report-Bereich von CoinTracking sind Land und Methode direkt sichtbar («Deutschland | FIFO») und lassen sich pro Steuerjahr umstellen.

Blockpit setzt auf weniger Auswahl und mehr Vorkonfiguration — für die meisten Nutzer reicht das, weil die gesetzliche Methode ohnehin feststeht. Relevant wird der Unterschied für alle, die bewusst optimieren wollen oder Sonderfälle abbilden müssen. Wie die Regeln pro Land aussehen, steht in unserem Steuer-Rechner und den Länder-Guides.

Wird der Report vom Finanzamt akzeptiert?

Die Frage steht bei fast jedem Kauf im Raum — und die ehrliche Antwort lautet: Der Report ist ein Beleg, kein Freifahrtschein. Beide Tools erzeugen Berichte, die für die deutsche Steuererklärung gedacht sind und die gesetzlich vorgesehene Methode anwenden. Ein Finanzamt darf trotzdem nachfragen, wie die Zahlen zustande kommen.

In deutschen Krypto-Foren finden sich genau solche Fälle: Das Finanzamt bittet um eine Erklärung, wie die Software rechnet. Wer dann nur die PDF hat, wird nervös. Was hilft, ist unabhängig vom Anbieter dasselbe:

Einen kleinen Vorteil hat CoinTracking hier durch den deutschen Firmensitz und den deutschsprachigen Support — bei Rückfragen zum Rechenweg ist der Weg kürzer. Mehr dazu im CoinTracking-Test.

Wechseln: von einem Tool zum anderen

Ein Wechsel ist technisch möglich — beide Anbieter lesen dieselben Quellen ein, und Blockpit importiert sogar Daten aus anderen Steuer-Tools. Trotzdem ist ein Wechsel kein Knopfdruck, und dafür gibt es ein lehrreiches Beispiel.

Als Blockpit Ende 2023 den Schweizer Anbieter Accointing übernahm, war eine «nahtlose Migration» versprochen. In der Praxis berichteten Nutzer von Problemen bei Asset-Zuordnungen, Label-Mapping und NFT-Wallets. Die Lehre daraus gilt für jeden Toolwechsel:

  1. Alte Daten exportieren, bevor du kündigst. Der vollständige Transaktionsexport ist deine Versicherung.
  2. Bestände abgleichen. Nach dem Import im neuen Tool die Salden gegen die Börsen prüfen — beide Tools melden Abweichungen, aber nur wenn du hinsiehst.
  3. Labels und Kategorien kontrollieren. Staking-Rewards, Transfers und Airdrops sind die Kandidaten, die beim Umzug ihre Einordnung verlieren.
  4. Abgeschlossene Steuerjahre nicht neu rechnen lassen. Was du bereits erklärt hast, muss so bleiben — sonst weichen alte und neue Zahlen voneinander ab.

Praktischer Hinweis zum Timing: Ein Wechsel mitten in der Abgabesaison ist die schlechteste Idee. Wer wechseln will, macht das nach der Abgabe, mit Ruhe und beiden Konten parallel.

Wer vergleicht hier eigentlich wen?

Ein Blick in die Suchergebnisse zu dieser Frage lohnt sich: Unter den vorderen Treffern stehen beide Anbieter mit Vergleichen in eigener Sache — CoinTracking erklärt, warum CoinTracking besser sei, Blockpit führt CoinTracking als «Alternative», zu der es selbst die bessere sei. Beides ist legitimes Marketing und beides ist strukturell befangen: Kein Anbieter wird dir schreiben, wann sein Produkt die schlechtere Wahl ist.

Dieser Vergleich hier gehört keinem der beiden. Wir verdienen an einer Empfehlung über den gekennzeichneten Partner-Link — das legen wir offen —, aber getestet haben wir beide Tools mit derselben Börse und demselben Konto, und die Schwächen beider stehen oben im Text: die Support-Wartezeiten und das nachträgliche Plus-Abo bei Blockpit ebenso wie die altmodische Oberfläche und die Importfehler bei CoinTracking. Wenn du nur eine Sache aus diesem Vergleich mitnimmst, dann die: Miss beide am eigenen Fall — Zahl der Transaktionen, Zahl der Steuerjahre, dein Land — und nicht an der Werbung des jeweils anderen.

Häufige Fehler — bei beiden Tools

Die meisten falschen Steuerreports entstehen nicht durch die Software, sondern durch unvollständige Daten. Diese vier Fehler kosten am häufigsten Geld oder Nerven:

FehlerFolgeLösung
Nur die Hauptbörse importiert Bestände und Gewinne fehlen komplett Alle Börsen und Wallets anbinden, auch kleine Positionen
Transfers zwischen eigenen Wallets nicht zusammengeführt Phantom-Gewinne: ein Umzug wird als Verkauf plus Kauf gewertet Beide Seiten importieren und als Transfer verknüpfen
Dieselbe CSV zweimal eingelesen Doppelte Bestände, falsche Summen Vor jedem Import prüfen, welcher Zeitraum schon vorhanden ist
Staking-Rewards als Kauf statt als Einkommen kategorisiert Einkommen fehlt in der Erklärung Erträge als Einkommen markieren — in DE, AT und CH gleichermassen relevant

In unserem Test zeigte sich das direkt: Blockpit meldete nach dem ersten Sync «Mismatched Balance», bei CoinTracking mussten Transfers zugeordnet werden. Kein Tool nimmt dir den Abgleich ab — beide zeigen dir nur, wo es klemmt.

Sicherheit: was beide richtig machen

Ein Punkt, der oft Sorgen macht, ist schnell geklärt: Beide Anbieter binden Börsen ausschließlich über Read-only-API-Schlüssel an. Diese Schlüssel dürfen Daten lesen, aber keine Auszahlungen auslösen. CoinTracking geht einen Schritt weiter und nennt für Bybit eine feste IP, die du im API-Schlüssel freigeben kannst — dann funktioniert der Zugang nur von dieser Adresse. Wichtig bleibt: Handels- und Auszahlungsrechte beim Erstellen des Schlüssels nicht aktivieren.

Fazit

Blockpit ist das freundlichere Produkt: modern, geführt, mit der breitesten Bewertungsbasis — ideal für den ersten Report über ein einzelnes Steuerjahr. CoinTracking ist das verlässlichere Werkzeug: mehr Quellen, mehr Methoden, bessere Hilfe im Import und ein Preismodell, das bei mehreren Steuerjahren klar gewinnt. Wer die Wahl an einer einzigen Frage festmachen will: Machst du das einmal — oder jedes Jahr wieder?

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Ausführliche Einzelberichte: CoinTracking im Test · Blockpit im Test

Noch unsicher, ob du überhaupt ein Tool brauchst? Der Überblick unter Krypto-Steuer-Tools beantwortet zuerst diese Frage — inklusive der Fälle, in denen eine Tabelle genügt.

Häufige Fragen

Was ist günstiger: CoinTracking oder Blockpit?

Das hängt an zwei Zahlen: wie viele Steuerjahre du abdecken musst und wie viele Transaktionen pro Jahr anfallen. Für ein einzelnes Jahr mit sehr wenigen Transaktionen sind beide ähnlich teuer. Sobald mehrere Steuerjahre zusammenkommen, wird das Abo-Modell von CoinTracking deutlich günstiger, weil du während der Laufzeit Reports für mehrere Jahre erzeugen kannst — bei Blockpit kaufst du pro Steuerjahr eine eigene Lizenz.

Welches Tool ist besser für Österreich?

Beide decken Österreich ab. Blockpit ist ein österreichisches Unternehmen und im Heimmarkt sehr präsent. CoinTracking punktet mit der AVCO-Methode, dem gleitenden Durchschnittspreis, der in Österreich maßgeblich ist und bei Länderauswahl automatisch vorbelegt wird.

Welches Tool ist besser für die Schweiz?

Für die Schweiz brauchst du vor allem eine saubere Bestandsübersicht per 31. Dezember als Beleg fürs Wertschriftenverzeichnis, dazu die Einkommensseite aus Staking. Beide Anbieter liefern länderspezifische Reports für die Schweiz; CoinTracking hat mehr Importquellen, Blockpit die einfachere Bedienung.

Kann ich beide kostenlos testen?

Ja, mit unterschiedlicher Logik. CoinTracking bietet einen 7-Tage-Trial mit unbegrenzten Importen ohne Kreditkarte; der dauerhafte Free-Plan zeigt nur das Portfolio ohne Steuerreport. Bei Blockpit ist das Portfolio-Tracking dauerhaft kostenlos, der Steuerreport wird einzeln gekauft — beim Anlegen startet zusätzlich automatisch ein 14-Tage-Trial für Blockpit Plus.

Akzeptiert das Finanzamt die Reports von CoinTracking und Blockpit?

Beide erzeugen Berichte für die deutsche Steuererklärung nach der gesetzlich vorgesehenen FIFO-Methode. Ein Finanzamt kann trotzdem nachfragen, wie die Zahlen entstanden sind — das ist dokumentiert vorgekommen. Bewahre deshalb den vollständigen Transaktionsexport auf, nicht nur den fertigen Report, und halte fest, aus welchen Quellen die Daten stammen.

Kann ich später wechseln?

Technisch ja — beide importieren aus denselben Quellen, und Blockpit kann sogar Daten aus anderen Steuer-Tools einlesen. Rechne aber mit Nacharbeit: Bei jedem Wechsel müssen Zuordnungen und Labels geprüft werden. Die Accointing-Migration zu Blockpit Ende 2023 hat gezeigt, wie holprig so etwas werden kann.

Weiterlesen

Quellen

  1. Trustpilot — CoinTracking — 4,6 von 5 aus 492 Bewertungen, abgerufen am 21.08.2026
  2. Trustpilot — Blockpit — 4,4 von 5 aus 957 Bewertungen, abgerufen am 21.08.2026
  3. CoinTracking — Preisübersicht — abgerufen am 20.08.2026
  4. Blockpit — Preisübersicht — abgerufen am 20.08.2026
  5. CoinTracking Support — Steuermethoden — FIFO, AVCO, HIFO, OPTI u.a.
  6. Eigener Test beider Tools — Je ein Konto angelegt und dieselbe Bybit-Anbindung per API durchgeführt (20.08.2026). Kostenpflichtige Reports wurden nicht erworben; Preisangaben stammen von den offiziellen Preisseiten.