Bitpanda Gebühren: warum 0,99 % nicht dein Preis ist
Wer «Bitpanda Gebühren» sucht, bekommt überall dieselbe Zahl: 0,99 Prozent. Sie stammt aus Bitpandas eigenem Helpdesk und stimmt — mit einer Einschränkung, die kaum ein Testbericht mitliefert: Sie gilt laut Wortlaut für Bitcoin. Einige Absätze weiter nennt derselbe Artikel die tatsächliche Bandbreite der Handelsgebühr: 0,00 bis 2,49 Prozent je Trade. Diese Seite trägt zusammen, was offiziell festgeschrieben ist — mit Stichtag, inklusive Edelmetallen, Zahlungswegen und dem Teil, den Gebührenvergleiche auslassen: was davon deine Steuer senkt.
Auf einen Blick
- Das Wichtigste Die überall zitierten 0,99 % gelten für Bitcoin — nicht für jedes Asset.
- Die echte Spanne Bitpanda selbst nennt 0,00 % bis 2,49 % je Trade in der Handelsübersicht.
- Im Preis versteckt Aufschläge sind im angezeigten Kurs enthalten, nicht separat ausgewiesen.
- Einzahlung SEPA in Euro kostenlos. PayPal 1,49 %, Klarna 0,49 %.
- Edelmetalle Gold 0,5 % Kauf / 1 % Verkauf. Silber und Platin je 2,5 % / 2 %.
- Steuer-Bonus Die Gebührenzeile im Trade ist dein Beleg nach § 23 EStG.
Die eine Zahl und die ganze Spanne
Im Helpdesk-Artikel «Welche Gebühren und Aufschläge erwarten mich auf Bitpanda?» stehen beide Angaben, nur an verschiedenen Stellen. Zuerst: Das Führen des Kontos ist kostenlos, und die Aufschläge für den Kauf und Verkauf von Bitcoin liegen bei 0,99 Prozent. Weiter unten, unter der Überschrift zur Handelsgebühren-Transparenz, heißt es, man könne nun die genaue Gebühr für jeden Handel sehen — und diese liege zwischen 0,00 % und 2,49 %.
| Angabe | Wert | Wofür |
|---|---|---|
| Kontoführung | 0 € | Eröffnen und Führen |
| Aufschlag Bitcoin | 0,99 % | Kauf und Verkauf, ausdrücklich für Bitcoin |
| Handelsgebühr je Trade | 0,00 – 2,49 % | offizielle Spanne, sichtbar in der Handelsübersicht |
| Bitpanda Fusion | bis 0,02 % | degressiv mit steigendem Volumen |
| VSN-Rabatt | 20 % | wenn Gebühren mit VSN bezahlt werden |
Beide Zahlen sind korrekt, aber sie beantworten verschiedene Fragen. Die 0,99 Prozent sagen, was Bitcoin kostet. Die Spanne sagt, was dein Trade kosten kann. Wer mit der ersten Zahl kalkuliert und etwas anderes als Bitcoin kauft, unterschätzt seine Kosten im ungünstigsten Fall um mehr als das Zweifache.
Das Rechenbeispiel: 1.000 € investieren
| Weg | Gebühr | Kosten |
|---|---|---|
| Bitcoin, SEPA-Einzahlung | 0,99 % | 9,90 € |
| Asset am oberen Rand der Spanne, SEPA | 2,49 % | 24,90 € |
| Bitcoin, Einzahlung per PayPal | 0,99 % + 1,49 % | 24,80 € |
| Oberer Rand der Spanne, per PayPal | 2,49 % + 1,49 % | 39,80 € |
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Weg liegt der Faktor vier — und beide Wege führen zum selben Ergebnis im Depot. Die beiden Stellschrauben sind das gehandelte Asset und der Zahlungsweg. Genau deshalb reicht eine einzelne Prozentzahl als Antwort auf «was kostet Bitpanda» nicht aus.
Einzahlung: der Zahlungsweg kostet mehr als mancher Trade
| Weg | Gebühr von Bitpanda |
|---|---|
| SEPA-Überweisung in Euro | kostenlos (Bankgebühren möglich) |
| PayPal | 1,49 % |
| Klarna | 0,49 % |
| Kreditkarte | Gebühren der eigenen Bank, im Prozess angezeigt |
PayPal kostet damit mehr als der gesamte Bitcoin-Aufschlag. Einzahlungen sind in zehn Währungen möglich — Euro, US-Dollar, Britische Pfund, Schweizer Franken, Türkische Lira, Polnische Złoty, Ungarische Forint, Tschechische Kronen, Dänische und Schwedische Kronen. Bei Krypto-Auszahlungen fällt die Netzwerkgebühr an, die Bitpanda dynamisch nach Auslastung anpasst und laut eigener Aussage ohne Aufschlag weitergibt.
Edelmetalle: die Tabelle, die sonst niemand aufstellt
Halte- und Lagergebühren gibt es nicht, dafür Aufschläge je Metall — und die unterscheiden sich deutlich stärker, als man erwartet:
| Metall | Kauf | Verkauf | Voller Zyklus |
|---|---|---|---|
| Gold | 0,5 % | 1 % | 1,5 % |
| Silber | 2,5 % | 2 % | 4,5 % |
| Platin | 2,5 % | 2 % | 4,5 % |
| Palladium | 2,2 % | 1,8 % | 4,0 % |
Wer Gold kauft und wieder verkauft, zahlt 1,5 Prozent. Bei Silber ist es das Dreifache. Für Aktien und ETFs gilt ein anderes Modell: keine Kommission und keine Übernachtgebühr, dafür ein Spread, der sich nach Handelsvolumen und Marktsituation richtet.
Der Teil, den Gebühren-Vergleiche auslassen: die Steuer
In Deutschland sind Handelsgebühren kein verlorenes Geld. Gebühren beim Kauf zählen zu den Anschaffungsnebenkosten und erhöhen deine Anschaffungskosten, Gebühren beim Verkauf mindern den Veräußerungserlös — beides verkleinert den steuerpflichtigen Gewinn nach § 23 EStG. Bei einem Gewinn knapp über der Freigrenze von 1.000 € kann die korrekt angesetzte Gebühr darüber entscheiden, ob der gesamte Gewinn steuerfrei bleibt; die Freigrenze ist eine Alles-oder-nichts-Kante, wie im Steuer-Rechner zu sehen.
Bei Bitpanda kommt eine Besonderheit hinzu, die man kennen muss: Die Aufschläge stecken im angezeigten Preis, sind also nicht als eigener Posten sichtbar wie bei einer Orderbuch-Börse. Ohne Nachweis kein Abzug — und genau deshalb ist die Handelsübersicht relevant, die die Handelsgebühr separat ausweist. Diese Zeile ist dein Beleg. Wer sie nicht exportiert, versteuert systematisch mehr als nötig.
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Bitpanda ist ein österreichischer Anbieter, und das verändert für in Österreich unbeschränkt Steuerpflichtige die Rechnung grundlegend: Seit dem 1. Jänner 2024 berechnet Bitpanda die KESt, behält sie ein und führt sie ab — mit Endbesteuerungswirkung. Die Gebühr ist dann nur noch die halbe Kostenfrage; die andere Hälfte ist, welche Assetklassen aus dieser Automatik herausfallen und welche Pauschalbesteuerung auf Einzahlungen ohne Anschaffungsdaten wartet. Beides steht unter Bitpanda und die Steuer in Österreich. Wie Nutzer die Plattform insgesamt bewerten, steht unter Bitpanda im Test.
Was das im Vergleich bedeutet
Bitpanda reiht sich damit in ein Muster ein, das wir bei jeder großen Börse gefunden haben: Der beworbene Satz ist nicht der gezahlte Satz. Kraken führt zwei Preislisten auf einem Konto, Coinbase veröffentlicht für einfache Käufe gar keinen Satz, und Bitpanda nennt eine Zahl für Bitcoin, während die Spanne bis 2,49 Prozent reicht. Wie sich die Anbieter auf der Achse vergleichen lassen, die im Februar zählt, steht im Börsen-Vergleich, die Nutzerbewertungen unter Bitpanda im Test.
Fazit
«Was kostet Bitpanda» hat keine Ein-Zahl-Antwort, und jeder Testbericht, der eine gibt, verkürzt. Richtig ist: Bitcoin kostet 0,99 Prozent, die Handelsgebühr insgesamt bewegt sich laut Anbieter zwischen 0 und 2,49 Prozent, der Zahlungsweg kann noch einmal 1,49 Prozent hinzufügen, und bei Edelmetallen entscheidet die Wahl des Metalls über den Faktor drei. Die beiden Hebel, die du tatsächlich in der Hand hast, sind banal und wirksam: per SEPA einzahlen statt per PayPal, und vor dem Bestätigen die Zusammenfassung lesen — dort steht die einzige Zahl, die für deinen Trade gilt. Und danach exportieren, damit sie auch steuerlich zählt.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Gebühren bei Bitpanda wirklich?
Das hängt vom Asset ab, und genau das geht in den meisten Testberichten unter. Bitpanda nennt 0,99 Prozent ausdrücklich für den Kauf und Verkauf von Bitcoin. Für die Handelsgebühr insgesamt gibt der Anbieter im eigenen Helpdesk eine Spanne von 0,00 bis 2,49 Prozent je Trade an, die seit dem Transparenz-Update in der Handelsübersicht sichtbar ist. Wer also mit 0,99 Prozent kalkuliert, aber kein Bitcoin kauft, kann deutlich mehr zahlen — im ungünstigsten Fall das Zweieinhalbfache.
Warum steht in jedem Test 0,99 Prozent?
Weil das die Zahl ist, die Bitpanda in seinem FAQ zuerst und am prominentesten nennt — allerdings mit dem Zusatz, dass sie für Bitcoin gilt. Handelsblatt, WirtschaftsWoche und andere übernehmen sie als den Gebührensatz. Die offizielle Spanne von 0,00 bis 2,49 Prozent steht im selben Helpdesk-Artikel einige Absätze weiter unten und taucht in keinem der Tests in den Top-Ergebnissen auf. Beide Angaben stimmen, aber nur eine davon beschreibt, was du tatsächlich zahlst.
Sind die Gebühren im Preis enthalten oder kommen sie obendrauf?
Sie sind enthalten. Bitpanda rechnet den Aufschlag in den angezeigten Kurs ein, weshalb du exakt die Menge an Coins bekommst, die in der Bestellbestätigung steht. Das ist bequem und macht die Kosten unsichtbar. Wichtig ist deshalb der zweite Punkt: Die Handelsübersicht weist die Handelsgebühr separat aus, neben Endpreis, Angebotspreis und Kaufvolumen. Für die Steuer ist diese Zeile der entscheidende Beleg.
Was kostet die Einzahlung bei Bitpanda?
SEPA-Überweisungen in Euro sind bei Bitpanda selbst kostenlos, Gebühren deiner eigenen Bank können unabhängig davon anfallen. Bei Drittanbietern nennt Bitpanda konkrete Sätze: PayPal kostet 1,49 Prozent, Klarna 0,49 Prozent. Bei Kreditkarten können Gebühren des Kartenherausgebers hinzukommen, die im Bezahlvorgang angezeigt werden. Einzahlungen sind in zehn Währungen möglich, darunter Euro, Schweizer Franken, US-Dollar und Britische Pfund.
Was kosten Gold und Silber bei Bitpanda?
Für Edelmetalle fallen keine Halte- oder Lagergebühren an, dafür gelten Aufschläge beim Handel — und die unterscheiden sich stark nach Metall. Gold kostet 0,5 Prozent beim Kauf und 1 Prozent beim Verkauf. Silber und Platin liegen bei jeweils 2,5 Prozent beim Kauf und 2 Prozent beim Verkauf, Palladium bei 2,2 und 1,8 Prozent. Der Unterschied ist erheblich: Ein vollständiger Kauf-und-Verkauf-Zyklus kostet bei Gold 1,5 Prozent, bei Silber 4,5 Prozent.
Mindern Bitpanda-Gebühren meine Steuer?
Ja, in Deutschland. Gebühren beim Kauf zählen zu den Anschaffungsnebenkosten und erhöhen deine Anschaffungskosten, Gebühren beim Verkauf mindern den Veräußerungserlös — beides verkleinert den steuerpflichtigen Gewinn nach § 23 EStG. Bei einem Gewinn knapp über der Freigrenze von 1.000 Euro kann das darüber entscheiden, ob der gesamte Gewinn steuerfrei bleibt. Weil die Aufschläge bei Bitpanda im Preis stecken, ist die separat ausgewiesene Gebührenzeile in der Handelsübersicht die Grundlage, ohne die der Abzug nicht belegbar ist.
Was meldet Bitpanda an das Finanzamt?
Hier werden zwei verschiedene Dinge oft vermischt. Für unbeschränkt Steuerpflichtige in Österreich behält Bitpanda seit dem 1. Jänner 2024 die KESt selbst ein und führt sie ab; im FAQ dazu hält Bitpanda fest, keine individuellen nutzerbezogenen Steuerinformationen zu melden. Davon unabhängig gelten seit 2026 EU-weit die Meldepflichten unter der Richtlinie DAC8 für Krypto-Dienstleister. Gemeldet werden dabei Transaktionen — nicht deine Anschaffungskosten und nicht deine Gebühren. Die Gegenrechnung, die deinen Gewinn korrekt kleiner macht, lieferst du selbst.
Weiterlesen
Quellen
- Bitpanda Helpdesk — Welche Gebühren und Aufschläge erwarten mich? — 0,99 % für Bitcoin, Spanne 0,00–2,49 %, Edelmetalle — geprüft 01.09.2026
- Bitpanda Helpdesk — Gebühren und Aufschläge bei Bitpanda — SEPA, PayPal 1,49 %, Klarna 0,49 %, VSN-Rabatt — geprüft 01.09.2026
- Gesetze im Internet — § 23 EStG — Anschaffungs- und Veräußerungskosten